Eines haben wir Mamas alle gemeinsam – wir wollen, dass es unsere Kinder im Leben so einfach wie möglich haben und ihnen Unannehmlichkeiten ersparen.  Das gilt fürs tägliche Leben genauso wie für die Schule und das Lernen – auch ich bin da nicht anders. Und als ehemalige Pädagogin erst recht nicht, wenn es ums Lernen geht!

In meiner pädagogischen Vergangenheit hatte ich einen guten Einblick in das Schulsystem. Auch wenn es schon eine Weile her ist, scheint sich – aus meiner Sicht als Mama eines schulpflichten Kindes leider nicht viel geändert zu haben. Zugegeben die didaktische Aufbereitung des Stoffes hat sich zwar verbessert, aber immer noch geht es darum, möglichst viel Wissen in die Köpfe der kleinen Menschen hineinzubekommen. Auf Individualität kann aus verschiedenen Gründen nicht viel Rücksicht genommen werden, für Erklärungen, wie man „einfach lernen“ kann, fehlt die Zeit.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Schüler recht schnell in eine Abwärtsspirale von Angst, schlechten Ergebnissen/ Misserfolg und Demotivation, schlittern.

 

Lernen ist einfach

Dabei fängt alles doch so einfach an – Lernen ist eine angeborene Fähigkeit wie atmen, essen, trinken, und schlafen.  Unser Gehirn sucht ständig Herausforderungen, um Neues zu lernen

Dem Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther zufolge bringt jedes Baby, wenn es geboren wird, eine schier unendliche Neugierde und Lust am Entdecken, Gestalten und über sich hinauswachsen mit. Schließlich kennt ein Baby das aus dem Mutterleib, wo es jeden Tag (im wahrsten Sinn des Wortes) über sich hinausgewachsen ist.  Und jeder der einmal ein Kleinkind beobachtet hat, weiß wovon ich spreche. Wenn man sich jedoch in Schulen oder an den Kinderschreibtischen umsieht, scheint bei vielen diese angeborene Motivation irgendwo zwischen Krabbeln und Schulabschluss verloren gegangen zu sein.

Die Kinder mühen sich ab. Sie können sich oft nur schwer konzentrieren, lesen und schreiben fällt vielen schwer. Es fällt ihnen schwer, das Gelernte zu behalten oder sie haben möglicherweise trotz lernen keinen Erfolg.  Hinter vielen dieser Lernprobleme stecken Lernblockaden, welchen man schon mit relativ einfachen Mitteln begegnen bzw. sie von vornherein verhindern kann. Je früher du deinem Kind zeigst, wie es sich das Lernen erleichtern kann, desto länger wird es Spaß an der Schule bzw. am Lernen haben. Und du ersparst dir unnötige Diskussionen oder Streitereien bzw. Ärger.

 

Diese allgemeinen Lerntipps helfen Dir schon weiter

An dieser Stelle möchte ich Dir ein paar Ideen mit an die Hand geben, wie du dein Kind von Anfang beim Lernen unterstützen kannst. So wird auch dein Kind fit-2-learn.

 

Wasser für die kleinen grauen Zellen

Sorge dafür, dass beim Lernen ausreichend Wasser bereitsteht und motiviere dein Kind, vor neuen Aufgaben oder Lernübungen einen kräftigen Schluck zu trinken. Wassermangel blockiert die Informationsweiterleitung und -verarbeitung im Gehirn – wir können uns schlechter konzentrieren, werden schneller müde und unruhig. Einige Schluck Wasser vor dem Lernen füllen die Wasserspeicher wieder und bringen Schwung in die Gehirnzellen. Das gilt auch übrigens für uns Erwachsene.

 

Let‘s move:

Langes Sitzen in der Schule macht vielen Kindern Mühe. Dadurch wird das Zusammenspiel zwischen Rücken- und Beinmuskulatur beeinträchtigt. In weiterer Folge kommt es zu Muskelverspannungen, welche wieder Auswirkungen auf den Informationsfluss zwischen Gehirn und Rückenmark haben können. Haben wir in unserer Kindheit solche Anspannungen auf dem Nachhauseweg (meistens zu Fuß) durch Bewegung abgebaut, fehlt den Kindern heutzutage durch die gestiegene Motorisierung auch dieser Ausgleich.

Ermögliche daher deinem Kind vor dem Beginn der Hausaufgabe oder dem Lernen Bewegung: einige Minuten im Garten austoben, einen Spaziergang um den Häuserblock, diverse Brain Gym Übungen, das reicht schon.

 

Juhu, Pause

Pausen machen ist wichtig:  Nach ungefähr 30 Minuten sollten Kinder eine kurze Pause von 5-10 Min einlegen und sich ein bisschen bewegen, also eine Runde im Garten laufen bzw. spazieren gehen oder aber auch ein kurzes Nickerchen machen. Das Gehirn benötigt diese Auszeit, um das Gelernte abzuspeichern. Musikhören, essen, trinken,spielen oder einfach ein bisschen träumen sind ebenfalls geeignete Pausenbeschäftigungen, die das Abspeichern unterstützen. Weniger geeignet hingegen sind Fernsehen und Computer, da beide Konzentration erfordern und vor allem die Rückkehr zum Schreibtisch erschweren.

Zum Abschluss der Pause und zum Wiedereinstieg ins Lernen bieten sich Brain Gym Übungen an.

Diese kinesiologische Übung unterstützt das „Abspeichern“.

Die Angst vieler Eltern, durch die Pausen würde das Lernen noch länger dauern, ist unbegründet. Regelmäßige kurze Pausen verlängern das Lernen nicht, sofern schon zu Beginn des Lernens festgelegt wird, wann das Kind eine Pause machen möchte und was es in diesen Pausen tun will. Dadurch nimmt das Kind die Pause auch tatsächlich als Pause wahr, kann sich besser entspannen und hat es nicht notwendig, sich während der Lerneinheit die Pausen durch Träumereien, Herumtrödeln, etc. zu „erschleichen“.

 

Auf die richtige Dosis kommt es an:

Plane das Lernen in kleinen Häppchen. Kleine „Lernportionen“ können leichter gemerkt werden, führen zu weniger Ermüdung und größeren Erfolgserlebnissen. Auch die zuvor erwähnten Lernpausen gehören geplant. Je früher dein Kind mit der Pause beginnt, desto weniger erschöpft ist es und umso leichter fällt im Anschluss die Rückkehr zum Lernen.

 

Augenmerk auf den passenden Arbeitsplatz

Richtet den Arbeitsplatz fürs Lernen passend her: Alles was ablenkt wie Handy, Spielsachen und dergleichen wird weggeräumt. Alles, was zum Lernen benötigt wird, liegt griffbereit. Wo genau dein Kind am besten lernt und wie es den Lernprozess gestaltet, ist allerdings unterschiedlich und hängt vom bevorzugten Wahrnehmungs- und Lernverhalten deines Kindes ab.  Manche Kinder wollen einfach nicht alleine in ihrem Zimmer sitzen, andere brauchen absolute Ruhe.

Unabhängig davon wäre es von Vorteil, wenn ihr Kind einen möglichst gleichbleibenden Arbeitsplatz hat. So kann sich das Unterbewusstsein schon beim Anblick des Arbeitsplatzes auf  das Lernen vorbereiten.

 

Störende Gedanken? Fort damit

Wann immer bei deinem Kind störende Gedanken auftreten, schaltet diese aus: Während dein Kind mit geschlossenen Augen sitzt oder liegt stellt es sich vor, wie es alles was im Kopf herumflattert, ablenkt, stört oder vielleicht sogar bedrückt, mental entsorgt – bei der Art der Entsorgung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. So kann es z.B. Gedanken für Gedanken in einen

  •  Stein verwandeln und beim Fenster hinauswerfen,
  •  Luftballon blasen und diesen in den Himmel aufsteigen lassen
  •  Koffer packen und diesen fest verschließen….

 

Im 2. Teil dieser Artikelserie geht’s nächste Woche um gehirn-gerechtes Lernen. Du erfährst warum Lernen individuell ist und wie man durch das Lernen mit dem RICHTIGEN Sinn mehr Erfolg beim Lernen hat!